ROUNDUP/Aktien Frankfurt Schluss: Schwach - Dax fällt unter 5.400 Punkte
FRANKFURT (dpa-AFX) - Die bereits in der vergangenen Woche deutlich spürbare
Nervosität der Anleger hat den deutschen Aktienmarkt am Dienstag erneut fest im
Griff gehabt. Im Leitindex Dax
notierte das Börsenbarometer so tief wie zuletzt im August dieses Jahres. Mit
einem Abschlag von 1,43 Prozent auf 5.353,35 Punkten ging der Dax aus dem
Handel. Vor gerade einmal zwei Wochen hatte er sich noch der Schwelle von 5.900
Punkten genähert. Der MDax
Zähler. Der TecDax
Die Marktteilnehmer wirkten unruhig und verunsichert, resümierte Analyst Mark
Rohles von IG Markets. Angesichts zunehmender Skepsis über eine
Konjunkturerholung auf breiter Ebene verpufften derzeit vereinzelte positive
Signale überwiegend wirkungslos. 'Die am Spätnachmittag veröffentlichten
US-Industrieaufträge für September, die den Erwartungen entsprachen und leicht
steigende Tendenzen aufweisen konnten, grenzten die Verluste im Dax aber
zumindest etwas ein.'
Mit der BMW-Aktie
als Schlusslicht im Leitindex rutschten die Autotitel
allesamt ab. Minus 6,26 Prozent auf 31,500 Euro standen nach der Vorlage des
Geschäftsberichts des Münchener Autoherstellers am Tagesende zu Buche. Vor allem
das schwache Abschneiden der Autosparte hatte den Markt enttäuscht. Die
VW-Stämme
und Daimler-Aktien
büßten in 'Sippenhaft' zwischen drei und vier
Prozent ein.
Die wieder eingetrübte Stimmung für Bankenwerte sorgte für kräftige
Gewinnmitnahmen innerhalb dieser Branche. Auslöser war unter anderem, dass
zunächst die Commerzbank
und dann die Schweizer Großbank UBS
mit hohen
Quartalsabschreibungen überrascht hatten. Mehr Staatshilfe benötigen zudem die
britischen Banken Royal Bank of Scotland (RBS)
sowie Lloyds
. Beide müssen
sich daher als Auflage der Regierung in den kommenden Jahren von wichtigen
Geschäftsfeldern trennen. All dies, so hieß es am Markt, belaste, zumal die
Banken insgesamt in den vergangenen Wochen und Monaten einen 'sehr guten Lauf'
gehabt hätten. Die Aktien der Commerzbank verloren 4,03 Prozent auf 6,900 Euro,
die der Deutschen Bank
gaben um 4,16 Prozent auf 47,400 Euro nach und die der
Aareal Bank
verloren 5,07 Prozent auf 14,03 Euro.
Die Aktien von Fresenius
und Fresenius Medical Care (FMC)
profitierten von
ihren Quartalsberichten. Sowohl der Medizinkonzern Fresenius als auch der zu ihm
gehörende weltgrößte Dialysespezialist FMC blicken zudem etwas optimistischer
auf das Jahresende als zuvor. Die Anteilsscheine von Fresenius legten an der
Dax-Spitze um 6,76 Prozent auf 41,99 Euro zu, die der Tochter FMC verteuerten
sich um 4,55 Prozent auf 34,24 Euro. Das Zahlenwerk samt Ausblick von Beiersdorf ![]()
wurde von den Anlegern mit einem Plus für die Aktie von 3,33 Prozent auf 42,77
Euro honoriert. Die Metro-Aktien
waren nach 'etwas besser als erwarteten
Zahlen' ebenfalls gefragt und stiegen um 4,24 Prozent auf 39,09 Euro.
Im TecDax drehten die Drillisch-Aktien
nach der Bekanntgabe von Zahlen ins Plus
und stiegen um 1,13 Prozent auf 4,48 Euro. Der Mobilfunkanbieter erhöhte
außerdem seine Gewinnprognose für das Gesamtjahr. Der Vakuumpumpen-Hersteller
Pfeiffer
war dagegen voll von der Krise erfasst worden. Der schwache Markt,
besonders in Europa und Asien, hattem im abgelaufenen Jahresviertel auf Umsatz
und Gewinn gedrückt. Zudem hatten die Sanierung und Reorganisation der
Produktionshallen sowie der Produktmix das Ergebnis belastet. Die Aktie, die
daraufhin zeitweise bis auf 45,58 Euro abgesackt war, schloss mit einem Minus
von 0,56 Prozent auf 49,52 Euro./ck/he
--- Von Claudia Kahlmeier, dpa-AFX ---
Quelle: dpa-AFX