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08.02.10  20:00 Uhr

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Typ: Aktie  WKN: 676650

Börse: München

 

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Norddeutsche Affinerie AG Kontakt Aurubis AG
Hovestraße 50
DE-20539 Hamburg
  Telefon +49 (0) 40-7883-0
  Fax +49 (0) 40-7883-3130
  Email m.kartenbeck@aurubis.com
  Internet www.aurubis.com

Eine der weltweit größten Kupferhütten

Die Aurubis AG (bis zum 1. April 2009 Norddeutsche Affinerie AG) bezeichnet sich als führenden Kupferkonzern Europas und als weltweit größten Kupferrecycler. Die im Jahr 1866 als Aktiengesellschaft gegründete Aurubis unterhält seit 1910 Produktionsstätten auf einem Gelände in Hamburg sowie seit der Cumerio-Übernahme auch in der Schweiz, Belgien, Italien und Bulgarien. Hinzu kommen weitere Produktionsstätten von Töchtern. Die Gesellschaft erzeugt Kupfer aus primären Rohstoffen, aus Zwischenprodukten anderer Hütten und durch das Recycling von sekundären Rohstoffen, vor allem Kupferschrott. Aurubis setzt dabei Primär- und Sekundärrohstoffe ein, die sie ausschließlich von Dritten bezieht. 2007/08 stärkte der Konzern durch die Übernahme der belgischen Cumerio seine europaweite Präsenz und ist nun in sieben europäischen Ländern aktiv. Der Konzern unterteilt seine Aktivitäten mit Beginn des Geschäftsjahres 2008/09 in die drei Bereiche Primärkupfer, Recycling/Edelmetalle und Kupferprodukte.

Aurubis verfügt über das Know-how, die Anlagen und die Ausrüstungen, um Erzkonzentrate, Zwischenprodukte und Schrotte unterschiedlichster Herkunft und Zusammensetzung zu Kupfer aufzuarbeiten und zu vermarkten. Ferner erzeugt und vermarktet Aurubis alle wichtigen Koppelprodukte der Kupfererzeugung wie Edelmetalle, Blei, Nickelsulfat, Selen, Eisensilikatgestein und Schwefelsäure. Damit wertet Aurubis weitestgehend alle in den Vorstoffen enthaltenen Wertmetalle und Mineralien in marktfähiger Form aus und vermeidet überwiegend ein kostenintensives Entsorgen von Reststoffen.

Aurubis ist traditionell stark auf ihr Kerngeschäft, die Gewinnung von Kupfer aus primären und sekundären Rohstoffen sowie deren Weiterverarbeitung zu Gießwalzdraht und Kupferformaten fokussiert und ist damit ein integrierter Kupfererzeuger und -verarbeiter. Zu den Kunden zählen Unternehmen der Kabel-, Elektro-, Telekommunikations- und Farbenindustrie sowie die Zulieferer der Bau- und Automobilindustrie. Abnehmer für die Schwefelsäure ist die chemische Industrie. Eisensilikatgestein wird hauptsächlich als Baustoff für den Wasserbau oder in granulierter Form als Strahlmittel verwendet. Bis zur Fusion mit Cumerio untergliederte der Konzern sein operatives Geschäft in die beiden Segmente Kupfererzeugung und Kupferverarbeitung.

Das Segment Primärkupfer bündelt sämtliche Aktivitäten, die sich mit der Gewinnung von Qualitätskupfer in Form börsenfähiger Kupferkathoden aus dem Primärrohstoff Kupferkonzentrat befassen. Dazu gehören die Schmelz- und Raffinieraktivitäten an den Standorten Hamburg, Olen (Belgien) und Pirdop (Bulgarien). Hinzu kommt die Vermarktung der als Koppelprodukt hergestellten Schwefelsäure. Der Business Unit sind auch die Tochterunternehmen Peute Baustoff GmbH und Retorte GmbH Selenium Chemicals & Metals zugeordnet, die Spezialprodukte herstellen. In diesem Segment wuchs der Umsatz im abgelaufenen Geschäftsjahr zwar auf 4,24 (4,04) Mrd. Euro, erhöhte Abschreibungen und gestiegene Zinsaufwendungen schmälerten jedoch das Ergebnis des Segments, das sich vor Steuern auf lediglich 14,58 (65,38) Mill. Euro belief.

Das Segment Recycling/Edelmetalle produziert Kupferkathoden aus einer sehr großen Bandbreite von Recyclingrohstoffen. Recyclingaktivitäten sind im Konzern an verschiedenen Standorten zu finden, das Recyclingzentrum befindet sich im westfälischen Lünen. Umweltfreundlich und mit innovativer Technologie werden hier Altkupfer und zunehmend Recyclingrohstoffe verarbeitet, wie beispielsweise Elektronikschrotte. Außerdem ist die Erzeugung der in den Kupferrohstoffen enthaltenen Edelmetalle und sonstigen Begleitmetalle sowie Koppelprodukte in diesem Geschäftsbereich angesiedelt. Das Segment erwirtschaftete im abgeschlossenen Geschäftsjahr Erlöse von 1,96 (2,71) Mrd. Euro. Vor Steuern stürzte das Ergebnis mit 34,84 (144,0) Mill. Euro auf ein Viertel des Vorjahreswertes.

Im Segment Kupferprodukte erfolgt die Weiterverarbeitung von Kupferkathoden. Elektrolytkupfer-Gießwalzdraht für die Kabel- und Drahtindustrie ist hierbei von herausragender Bedeutung. Außerdem werden Stranggussformate für den Markt und zur internen Weiterverarbeitung sowie Vorwalzbänder, Walz- und Spezialprodukte hergestellt. Zu den Endverwendungsbranchen des Zukunftswerkstoffs Kupfer zählen unter anderem die Elektrotechnik, der Automobilbau, der Maschinenbau, die Telekommunikation und das Baugewerbe. Der Umsatz des Segments schrumpfte im Geschäftsjahr 2008/09 auf 3,64 (6,27) Mrd. Euro. Vor Steuern erzielte der Konzern mit Kupferprodukten ein Ergebnis von 30,92 (102,0) Mill. Euro.

Mit der Übernahme der belgischen Cumerio am 29. Februar 2008 zu einen Gesamtkaufpreis von 782,1 Mill. Euro verstärkte der Hamburger Konzern seine Stellung auf dem internationalen Kupfermarkt. Das Synergiepotenzial sieht der Konzern bei 15 bis 20 Mill. Euro im Jahr. Mit den Produktionsstätten in Belgien, Italien, der Schweiz und Bulgarien wuchs der Konzern in eine europäische Dimension und positionierte sich für den Wandel der internationalen Kupferindustrie. Besonders von dem Standort in Bulgarien erhofft sich der Konzern Wachstumspotenziale in Südosteuropa nutzen zu können. In Europa ist Aurubis damit der größte integrierte Kupfererzeuger und weltweit die Nummer Drei bei Kupferkathoden. Um das strukturelle Zusammenwachsen der beiden Konzerne zu verdeutlichen, hat die Hauptversammlung am 26. Februar 2009 entschieden, den Konzern in Aurubis (Lateinisch für "rotes Gold") umzubenennen. Die erforderliche Eintragung ins Handelsregister und die anschließende Umbenennung der Aktie erfolgten am 1. April 2009.

In einem Forschungsprojekt arbeitet ein Team an der Entwicklung einer CIS-Dünnschichtsolarzelle. Der Konzern will sich damit frühzeitig in einem zukunftsträchtigen Markt positionieren. Parallel gibt es Planungen eine 30 MWp-Serienproduktionsanlage zu errichten.



Negatives Ergebnis durch Wirtschaftskrise und Umbewertung

Im Zuge der weltweiten Wirtschaftskrise gingen die Erlöse des Konzerns im Geschäftsjahr 2008/09 (30.09.) um 20,2% auf 6,69 (i.V. 8,38) Mrd. Euro zurück. Als wichtigste Ursache identifiziert der Vorstand die negativen Entwicklungen der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise, von denen alle drei Geschäftssegmente betroffen waren, wenn auch in unterschiedlichem Maße. Insgesamt konnte sich der internationale Kupfermarkt aber von der negativen Entwicklung lösen. Nach dem rapiden Fall der Kupferpreise an der London Metal Exchange im ersten Quartal des Geschäftsjahres ging es anschließend wieder bergauf. Auch die Produkt- und Recyclingmärkten stabilisierten und erholten sich im Jahresverlauf. Dennoch hat die Krise kräftig an Umsatz und Ergebnis genagt. Regional gesehen ging der Umsatz in Deutschland auf 2,52 (4,10) Mrd. Euro zurück, in den restlichen Ländern der EU gaben die Erlöse des Konzerns auf 2,88 (3,16) Mrd. Euro nach. Im übrigen Europa sanken sie auf 191,4 (361,5) Mill. Euro. Nur in den restlichen Ländern legten die Konzernerlöse zu, und zwar auf 1,09 (0,76) Mrd. Euro. Nach Produktgruppen untergliedert erzielte die Gruppe im Geschäftsjahr 2008/09 (30.09.) mit Gießwalzdraht 2,18 (3,49) Mrd. Euro Umsatz, mit Kathoden 1,72 (2,04) Mrd. Euro, mit Edelmetallen 1,33 (1,35) Mrd. Euro, mit Stranggussformaten 415 (945) Mill. Euro sowie mit Vorwalzband, Bändern und Profilen 121 (378) Mill. Euro. Einzig der Bereich Chemikalien und Sonstiges legte zu und erlöste 612 (505) Mill. Euro.

Der Materialaufwand ging auf 6,06 (7,64) Mrd. Euro zurück. Das Rohergebnis schrumpfte auf 500,6 (796,7) Mill. Euro. Während der Personalaufwand mit 269,5 (266,1) fast stabil blieb, legten die Abschreibungen mit 105,6 (92,04) Mill. Euro deutlich zu. Bei leicht rückläufigen sonstigen betrieblichen Aufwendungen von 153,5 (154,3) Mill. Euro summierte sich das Betriebsergebnis auf minus 28,02 (plus 284,3) Mill. Euro. Das Beteiligungsergebnis sank auf 0,57 (0,71) Mill. Euro, während das Zinsergebnis mit minus 37,94 (minus 42,03) Mill. Euro leicht verbessert wurde. Vor Steuern sank das Ergebnis auf minus 65,39 (plus 243,0) Mill. Euro. Nach einer Steuergutschrift von 19,29 (Last: 72,22) Mill. Euro und Anteilen Dritter von minus 0,97 (minus 1,82) Mill. Euro blieb unter dem Strich ein Konzernjahresergebnis von minus 47,08 (plus 169,0) Mill. Euro. Dabei müssen die Metallvorräte des Konzerns laut IFRS-Regelung seit dem Geschäftsjahr 2005/06 auf Basis ihres Durchschnittswert und nicht wie zuvor nach der Lifo-Bewertung (Last in, First out) angesetzt werden. Nach der Lifo-Bewertung wäre das Konzernergebnis für das abgeschlossene Geschäftsjahr mit plus 53 (plus 237) Mill. Euro positiv geblieben. Das entsprechende Ergebnis je Aktie gibt der Konzern mit 1,28 (5,82) Euro an. Auf Basis der Durchschnittsbewertung beziffert der Konzern das Ergebnis je Aktie auf minus 1,15 (plus 4,18) Euro. Die Dividende wurde auf 0,65 (1,60) Euro je Aktie gesenkt.

Grundsätzlich ist bei der Analyse des Zahlenwerkes zu berücksichtigen, dass Aurubis ihre Rechnungslegung im Geschäftsjahr 2002/03 auf IAS umgestellt und die Vorjahreszahlen entsprechend angepasst hat - die Jahresabschlüsse bis 2000/01 wurden nach HGB aufgestellt.

Aktionärsstruktur

Streubesitz

63,76%

Salzgitter AG

25,26%

BlackRock, Inc.

4,98%

Dimensional Fund Advisors LP

3,01%

Barclays Global Investors UK H..

2,95%

Vorstand

0,03%

Aufsichtsrat

0,01%

Leitende Positionen
Vorstand (Management)
Dr. Bernd Drouven Vorsitzend..
Dr. Michael Landau Mitglied
Dr. Stefan Boel Mitglied
Erwin Faust Mitglied
Peter Willbrandt Mitglied
Aufsichtsrat (Directors)
Dr. Ernst J. Wortber.. Vorsitzend..
Hans-Jürgen Grundman.. stellv. Vo..
Dr. Peter von Foerst.. Mitglied
Dr. Thomas Schultek Mitglied
Gottlieb Förster Mitglied
Helmut Wirtz Mitglied
Prof. Fritz Vahrenho.. Mitglied
Prof. Heinz Jörg Fuh.. Mitglied
Prof. Wolfgang Leese Mitglied
Rainer Grohe Mitglied
Renate Hold Mitglied
Rolf Schwertz Mitglied
Beteiligungen

(an anderen Unternehmen)

Unternehmen Bet.
Gesellschaft für Met.. 67,00%
Deutsche Giessdraht .. 60,00%
MicroMet Inc 100,00%
CABLO Metall-Recycli.. 100,00%
PEUTE BAUSTOFF GmbH 100,00%
RETORTE Ulrich Schar.. 100,00%
Berliner Kupfer-Raff.. 67,00%
NA Venture GmbH 100,00%
Hüttenbau-Gesellscha.. 100,00%
Spiess-Urania Chemic.. 60,00%